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Freitag, 18. Mai 2012

26.07.2010: Bericht

Mahnmal für den Frieden

Am 25.07.2010 wurde gegenüber der Truman-Villa in Potsdam Babelsberg ein Gedenkplatz für die Opfer der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki vor 65 Jahren eingeweiht.

Gestalter ist der japanischen Steinbildhauer Makoto Fujiwara, der einen 36 Tonnen schweren Felsbrock und zwei einst verstrahlte Originalsteine aus Hiroshima und Nagasaki verwendete. Das Denkmahl erinnert an den Befehl zum ersten mit Todesabsicht geführten Angriff mit Atomwaffen und trägt folgende, mehrsprachig eingelassene Inschrift:

  „Während der Potsdamer Konferenz der alliierten Großmächte vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wohnte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Harry S. Truman, in der gegenüberliegenden Villa. Am 25. Juli 1945 wurde mit Zustimmung des amerikanischen Präsidenten aus Washington D.C. der militärische Befehl zum Abwurf der Atombomben erteilt.“

 Kritiker bemängeln das einseitige Licht, dass so auf den Präsidenten Truman und die Villa generell geworfen wird. Oberbürgermeister Jann Jakobs, gleichzeitig Schirmherr der Initiative, betonte jedoch:

„Es geht uns und dem Verein nicht darum, die Rolle Japans während des Krieges im Pazifik zu relativieren und es geht nicht darum, die USA an den Pranger zu stellen.“ Es sei weiterhin ein großer Fortschritt der Zeit nach 1989, „dass wir nicht mehr in den einfachen Kategorien von Schwarz und Weiß eingezwängt sind und uns ideologisch befreiter gerade mit der neueren Geschichte auseinander setzen können.“

Laut den Potsdamer Neuesten Nachrichten begannen die Bemühungen um eine Gedenkstätte an der Truman-Villa bereits in den neunziger Jahren. Eine Initiative um den im Jahr 2002 verstorbenen Stadtverordneten Rudolf Tschäpe (Neues Forum) wollte zum 50. Jahrestag der Atombomben-Abwürfe ein Denkmal aus Mauersteinen schaffen. Damals scheiterte das Vorhaben.

Heute steht das Mahl fest auf dem Boden der Realität der heutigen Zeit und sollte, das gebietet der Respekt vor Opfern und Hinterbliebenen der bisher größten menschengemachten Katastrophe der Geschichte, einzig als Zeichen des Friedens verstanden werden.(tej)

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