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Bürgermeister der Region Brdy
reichen wegen US-Radar in Brüssel Beschwerde ein
1. Dezember 2008 Rund
40 Bürgermeister und Gemeindevorsteher aus der
mittelböhmischen Region Brdy, in der das geplante
US-Raketenabwehrradar stationiert werden soll, wollen
gegen die tschechische Regierung Beschwerde einlegen.
Auf Einladung des Europäischen Parlaments werden
sie am 24. Februar nächsten Jahres in Brüssel
ihren Standpunkt erläutern und die Beschwerde einreichen.
Nach Aussage des Bürgermeisters von Príbram,
Josef Ríhák, wollen er und seine Amtskollegen
in Brüssel unter anderem deutlich machen, dass
die Regierung in Prag die Meinung der Bürger, die
im Umfeld des geplanten Militärprojekts leben,
nicht respektiere. In örtlichen Referenden haben
die Bürger der umlegenden Städte und Gemeinden
den Bau der Radaranlage stets abgelehnt, sagte Ríhák.
Quelle: Radio Prag
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Brief Tschechischer Bürgermeister
an Obama
22. November 2008 Tschechische
Bürgermeister schreiben an den neugewählten
US-Präsidenten Barack Obama und rufen ihn dazu
auf, die Stationierung des Radars zu überdenken.
"Zwei Drittel der Tschechischen Bürger sind
langfristig nicht einverstanden mit diesem Abkommen.
Trotz ihrer Proteste hat die Tschechische Regierung
die Vereinbarungen mit den USA unterschrieben, welche
in Kürze vom Tschechischen Parlament ratifiziert
werden sollen. Die jetzigen Delegierten wurden allerdings
gewählt, bevor irgendeine öffentliche Diskussion
über das Projekt stattfand und die Beteiligung
der Tschechischen Republik an dem NMD System war nicht
auf der Plattform Tschechischer Parlamentswahlen.(...)
"Wir bitten sie sehr, die Haltung der US Regierung
zu der Installation der NMD Elemente in Europa zu überdenken
und dieses sehr gefährliche und instabile Projekt
zu stoppen. (...)
"Wir ersuchen Sie als den Präsidenten eines
Landes, das lange die Demokratie symbolisiert hat, den
Willen der Tschechischen Bürger zu respektieren,
die von ihrer eigenen Regierung ihrer demokratischen
Rechte beraubt werden."
Wortlaut des Briefes
und Unterzeichnerliste als pdf-Datei
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Trokavec - Gemeinde wehrt sich
gegen geplantes US-Radar
19. März 2007 Der
geplante Bau einer Radaranlage in Tschechien im Rahmen
des US-amerikanischen Raketenabwehrsystems entzweit
die Tschechen. Am Wochenende waren die Bewohner der
kleinen Dorfes Trokavec aufgerufen, ihre Meinung zu
dem Radar in einem Gemeindereferendum kundzutun. Trokavec
liegt nur zwei Kilometer von der geplanten Radarstation
entfernt.
Die ländliche Idylle täuscht. Die Menschen
in dem 100-Seelen-Dorf Trokavec, 25 Kilometer westlich
von Plzen / Pilsen sind wütend. Quasi vor ihrer
Haustür soll die umstrittene US-amerikanische Radaranlage
entstehen. Die Gemeinde hat demonstrativ ein Referendum
angesetzt. 88 Wahlberechtigte gibt es in dem Dorf. 71
haben am Samstag abgestimmt, davon 70 gegen die Radaranlage.
Der parteilose Bürgermeister Jan Neoral:
"Das ist ein gültiges Gemeindereferendum.
Mit Blick auf das gesamte Land ist es allerdings nur
die Stimme einer einzigen Gemeinde. Aber es ist ein
symbolischer Aufschrei gegen das, was die Regierung
hier macht, und ein Impuls für die anderen Gemeinden,
die sich uns schon angeschlossen haben."
Die Bürger in Trokavec haben Angst. Angst vor einem
neuen Wettrüsten in Europa, Angst davor, selbst
zur Zielscheibe zu werden - die russische Armee hat
bereits gedroht, ihre Raketen gegen die Radarstation
zu richten - aber vor allem Angst um ihre Gesundheit.
So wie Milena Houskova:
"Ich bin ganz entschieden gegen das Radar! Uns
betrifft das am meisten - wir wohnen ganz am Ende des
Dorfes. Wir haben da eine Zuchtstation für Labrador-Hunde,
und wir haben Angst, dass das Radar schlecht sein wird
für uns, für die Hunde, für die Natur,
und deshalb sind wir ganz entschieden dagegen."
Bürgermeister Jan Neoral ist selbst gelernter
Radartechniker. Die Befürchtungen, so meint er,
sind nicht aus der Luft gegriffen:
"Von Radaranlagen geht Strahlung aus, und diese
hier soll eine enorme Leistung haben. Das Prinzip der
Technik ist, dass das Gerät Strahlung abgibt, aber
nicht nur in die Richtung, in die es zielt, aber auch
nach hinten und zur Seite. Und diese Strahlung wird
stören. Tabellen des Pentagon, die ich aus dem
Internet herunter geladen habe, geben an, dass in vier
Kilometer Umkreis das Fernsehen nicht funktioniert,
in sieben Kilometer Umkreis sind die Mobiltelefone gestört.
Trokavec ist zwei Kilometer vom Radar entfernt! Wir
sollen hier also im 21. Jahrhundert ohne Fernsehen und
Handy leben."
Während in Prag eine Initiative "Pro rakety"
Bündnistreue mit den USA fordert, lehnen Umfragen
zufolge derzeit 60 Prozent der Tschechen den Bau des
Radars ab. In Trokavec ist die Meinung klar:
"Sollen sie es doch da bauen, wo sie Geld dafür
kriegen - beim Präsidentenpalast auf der Prager
Burg, da sollen sie es hinstellen!"
Quelle: Radio Prag
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