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Aufforderung zu "redlicher Absicht" (good-faith)
Vor zehn Jahren hob der Internationale Gerichtshof
den universalen Charakter der Verpflichtung hervor,
die mit dem Vertrag über die Nichtverbreitung von
Kernwaffen im Jahre 1970 eingegangen worden ist. Der
Gerichtshof stellte fest:
Es besteht eine Verpflichtung, in redlicher Absicht
Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen,
die zu nuklearer Abrüstung (Entwaffnung) in allen
ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler
Kontrolle führen.
Gegenwärtig konzentriert sich die Kampagne "2020
Vision" auf das Ziel, einen substanziellen und
multilateralen Verhandlungsprozess in Gang zu setzen,
der zu einer Rahmenvereinbarung über nukleare Abrüstung
und möglicherweise zu einer vollständigen
Nuklearwaffenkonvention führt. Dabei stellen wir
ermutigt fest, dass ein solcher Prozess bereits im Gang
ist. Nationen mit wichtigen Schlüsselfunktionen
bringen das Thema voran und eine klare Mehrheit der
Völker steht hinter ihnen. Abrüstungsverhandlungen
werden bald beginnen.
Die derzeitige Herausforderung besteht darin sicherzustellen,
dass alle Völker diese Verhandlungen in redlicher
Absicht führen und zu einem Abschluss bringen.
Wie kann ein Volk seine redliche Absicht zum Ausdruck
bringen? Offensichtlich ist die notwendige Bereitschaft
mit multilateralen Verhandlungen beginnen zu wollen
und sich daran zu beteiligen, sowie eine gewissenhafte
Erfüllung der vereinbarten Maßnahmen. In
gleichem Maße ist es wichtig, bewusst und penibel
zu vermeiden, die Errungenschaft der atomaren Abrüstung
zu verzögern oder zu verkomplizieren. Obwohl die
Kampagne "2020 Vision" sich bisher auf internationale
und multilaterale Aspekte der "redlichen Absicht"
konzentriert hat, wäre es naiv, behindernde einseitige
Haltungen oder Verhaltensweisen aus dem Blick zu verlieren.
Die Aufforderung zu "redlicher Absicht" betont
und unterstützt das Positive und arbeitet gleichzeitig
negativen Handlungen auf einer Basis von Nation zu Nation
entgegen.
Die Aufforderung zur "redlichen Absicht"
schließt natürlich die "2020 Vision"
als ihr internationales Ziel mit ein. Alle unsere Bemühungen
sind auf die Erreichung einer atomwaffenfreien Welt
im Jahre 2020 ausgerichtet. Deshalb müssen alle
nationalen politischen Programme, die sich auf eine
langfristige Unterstützung durch atomare Waffen
verlassen, zurückgewiesen und ins Gegenteil verkehrt
werden. Insbesondere müssen politische Programme
und Stationierungen, die mit dem Beginn eines Atomwaffengebrauchs
drohen, auf das Entschiedenste ausgeschlossen werden.
Gleichzeitig müssen alle Programme oder Strategien,
die sich auf den Verlass von Atomwaffensystemen nach
dem Jahr 2020 stützen, annulliert werden. Noch
besser wäre es, wenn die Nationen dem Gebrauch
und dem Erwerb von Atomwaffen gänzlich entsagen
würden. Sobald die "redliche Absicht"
in diesen beiden Punkten auf nationaler Ebene glaubhaft
bezeugt werden kann, wird sich dies sicherlich auch
in der internationalen Arena widerspiegeln.
In vielen mit Atomwaffen gerüsteten Nationen oder
deren nuklearen Verbündeten gibt es besorgte Bürger
und Organisationen, die die Atomwaffenprogramme ihrer
Regierungen bereits jetzt in Frage stellen. Sie haben
stichhaltige Gründe für ihre oppositionelle
Haltung, aber aus nationalen Gründen können
sie das Argument, dass diese einseitigen Planungen den
multilateralen Bemühungen zur Erreichung nuklearer
Abrüstung unterminieren, nicht wirksam genug zur
Geltung bringen. Die Aufforderung zur "redlichen
Absicht" lädt alle miteinander vernetzten
Kampagnen dazu ein, sich auf diese Forderung zu berufen
und dadurch den multilateralen Prozess zu fördern
und die jeweiligen nationale Kampagnen in einen internationalen
Kontext zu stellen. Diese Vorstellung der weltweiten
Verbundenheit wird sowohl die inländischen als
auch die internationalen Aspekte der Kampagne stärken.
Die Aufforderung zur redlichen Absicht bezieht sich
auf jedermann. Wir hoffen, dass jede Zivilgesellschaftsorganisation
einen Weg finden wird, den Gedanken der "redlichen
Absicht" zu ihrem eigenen Nutzen zu verwenden.
Die Bewegung der Mayors for Peace wird die Aufforderung
zur redlichen Absicht in dreifacher Hinsicht verwenden.
Erstens: Die Organisation "Mayors for Peace"
wird Informationen über Maßnahmen der Zivilgesellschaft
in den Partnerstädten weitergeben und eine Zusammenarbeit
zwischen den Rathäusern und den Aktiven fördern.
Zivilgesellschaftliche Organisationen, die mit Problemen
beschäftigt sind, die mit den Zielen der Aufforderung
zu redlichen Absicht vergleichbar sind, sind eingeladen,
auch in dieser Hinsicht Initiativen zu ergreifen. Sie
sollten ihre Bemühungen den "Mayors for Peace"
zur Kenntnis bringen oder direkt an ihre eigenen Bürgermeister
weiterleiten. Bei der Unterstützung der Zusammenarbeit
zwischen Oberbürgermeistern und der Zivilgesellschaft
können die Oberbürgermeister über die
"besten Problemlösungen" (best practices)
in anderen Städten und Ländern informiert
werden.
Zweitens: Die "Mayors for Peace" werden besondere
Gesichtspunkte der atomaren Bedrohung ansprechen: Nur
eine Atomwaffe ist in der Lage, eine Stadt im eigentlichen
Sinn "auszulöschen". Atomwaffenprogramme,
die Städte in Geiselhaft nehmen, sind moralisch
untragbar und eine Einladung zur Nacheiferung durch
Terroristen. In der Aktion "Städte sind keine
Zielscheiben" wollen die "Mayors for Peace"
atombewaffnete Nationen dazu herausfordern, ihre Pläne
ausdrücklich zu widerrufen und den Gebrauch atomarer
Waffen gegen Städte zu verbieten. Bitte, nehmen
Sie die Beschreibung der "Städte sind keine
Zielscheiben" für Details zur Kenntnis. "Mayors
for Peace" heißt Gruppen der Zivilgesellschaft
in dieser Kampagne jederzeit willkommen. Wo immer es
angemessen ist, sollte diese Kampagne mit der unzweideutigen
Forderung verbunden werden, die alle Regierungen übernehmen
sollten. In jedem Fall sollte zumindest ein Programm,
das die Erstanwendung verbietet aufgelegt werden. (Eine
gesonderte Beschreibung dieses Projektes ist auf Anforderung
erhältlich.
Drittens: Die "Mayors for Peace" werden damit
fortfahren, sich für multilaterale Bemühungen
zur atomaren Abrüstung einzusetzen. Städte
werden nur dann von der nuklearen Bedrohung wirklich
befreit sein, wenn es keine Atomwaffen mehr gibt und
alle spaltbaren Materialien strikten Kontrollen unterworfen
werden. Der erbärmliche Misserfolg der Überprüfungskonferenz
des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen
und verwandter Bemühungen im Jahre 2005 hat Diplomaten
unter Druck zu neuen kreativen Vorschlägen zu Gesprächen
über die atomare Abrüstung gesetzt. Regelmäßige
Informationen über den Stand der Dinge in der internationalen
Arena werden für Bürgermeister und besorgte
Bürger zugänglich sein. Sollten Gelegenheiten
auftauchen, die es den Bürgermeistern ermöglicht,
sich im eigenen Land oder auf internationaler Ebene
erfolgreich einzumischen, werden die "Mayors for
Peace" in Aktion treten. Eine solche besondere
Handlungsweise kann verschieden Formen annehmen, angefangen
von kleinen Rathausdelegationen zu den nationalen Hauptstädten
bis zu auffallenden Auftritten vor den Vereinten Nationen.
Die nächste Gelegenheit vor der UNO wird wahrscheinlich
die General-Versammlung im Oktober 2006 sein. Bleiben
Sie informiert!
Am 10. Jahrestag der beratenden Versammlung über
das Gutachten zur Frage der Bedrohung durch oder die
Verwendung von atomaren Waffen im Juli 2006 werden die
"Mayors for Peace" wieder an den Sitz des
Internationalen Gerichthofes in Den Haag in den Niederlanden,
zurückkehren, um dort öffentlich an die Aufforderung
zur "redlichen Absicht" zu erinnern. In der
Zwischenzeit werden wir diese Idee in der Hoffnung verbreiten,
dass der öffentliche Antrag vor Gericht eine Anzahl
von wirkungsvollen Aufforderungen zu "redlichen
Absicht" auslösen wird, und zwar in unserem
offiziellen Aktionsmonat, der sich vom 8 Juli bis zum
9 August erstreckt. Für weitere Information über
Pläne und Fortschritte sehen Sie bitte die internationale
Website unter: www.mayorsforpeace.org.
(vorläufige Übersetzung aus dem englischen)
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