Der war am Freitag nur virtuell zugegen und sprach eine
Videobotschaft, als sich im hannoverschen Rathaus 24 Vertreter des
Bündnisses „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) trafen
und eine Erklärung unterzeichneten. „Städte sind keine Angriffsziele“,
heißt es im Text.
Etwa vier Stunden lang hatten die
Kommunalvertreter im Rondell des Hodlersaals konferiert. Am Ende
sandten sie einen Appell an die Bundesregierung: Der Abzug der letzten
Atomwaffen aus Deutschland müsse durchgesetzt, im Bündnis der Nato die
kontinuierliche Abrüstung verankert und weltweit die Verhandlung für
eine globale Nulllösung sofort begonnen werden.
Der Zeitpunkt
ist mit Bedacht gewählt. Nächstes Jahr tagt wieder die internationale
Überprüfungskonferenz in New York. Thema ist erneut der
Nichtverbreitungsvertrag, im Volksmund Atomwaffensperrvertrag genannt.
2005 waren die „Mayors for Peace“ unzufrieden mit dem Ergebnis gewesen.
Hannovers damaliger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg hatte eine
eindringliche Rede vor den Vereinten Nationen gehalten – doch die
Großmächte bewegten sich kaum. Auch in der aktuellen Erklärung heißt es
wieder, dass Nichtvertreibung und Rüstungsbegrenzung allein nicht
ausreichend seien, um eine nuklearwaffenfreie Welt zu erreichen. Nötig
sei eine völkerrechtsverbindliche Ächtung aller Nuklearwaffen, wie es
mit chemischen und biologischen Waffen bereits geschehen ist. Zunächst
müssten jetzt die USA und Russland ihre Atomwaffenarsenale drastisch
reduzieren, um den „globalen Trend der Aufrüstung umzukehren und eine
Welt ohne Atomwaffen bis 2020 zu verwirklichen“.
Oberbürgermeister
Stephan Weil betonte als Gastgeber, dass sich Hannover als Partnerstadt
Hiroschimas der atomaren Abrüstung besonders verpflichtet fühle. Er
lobte die Bundesregierung, die die nukleare Abrüstung als Ziel in den
Koalitionsvertrag aufgenommen hat. Auch das Engagement von US-Präsident
Barack Obama, der für eine atomwaffenfreie Welt eintritt, wird in der
Erklärung lobend erwähnt: „Abrüstung und die Beseitigung von nuklearen
Massenvernichtungswaffen schafft für die Bürger unserer Städte und
Gemeinden höhere Sicherheit.“
Deutschlandweit sind 350 Städte
Mitglied im Bündnis. Sie haben sich verpflichtet, örtliche
Veranstaltungen gegen atomare Rüstung zu unterstützen und Vertreter zur
Überprüfungskonferenz zu schicken. So auch wieder 2010, wenn sich der
Atombombenabwurf über Hiroschima zum 65. Mal jährt.
Conrad von Meding
Quelle: haz.de