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"Atomwaffenfrei bis 2020 - Abrüstung wagen"
Der Staatsminister würdigt das Engagement der Friedensbürgermeister
Gernot Erler nahm sich viel Zeit. Er hielt am 24.3.
in Hannover nicht nur einen Vortrag vor den Bürgermeistern,
die sich auf Einladung von Oberbürgermeister Schmalstieg
im Rathaus versammelt hatten. Der Staatsminister aus
dem Auswärtigen Amt verfolgte danach interessiert
den gesamten Austausch der "Mayors for Peace"
mit den Vertretern des Trägerkreises "Atomwaffen
abschaffen - bei uns anfangen!". 50, der inzwischen
über 300 deutschen "Mayors for Peace"
waren nach Hannover gekommen, um Erfahrungen auszutauschen
und Perspektiven für die Weiterarbeit zu entwickeln.
Gernot Erler referierte aus Sicht der Bundesregierung
die Rahmenbedingungen der atomaren Abrüstung und
Nichtverbreitung. Seit dem 11. September gebe es ein
neues Thema: die Angst der Proliferation an Terroristen.
Diese Angst erhöhe die Bereitschaft Nuklearwaffen
einzusetzen. Doch sich wandelnden Nukleardoktrinen der
Atommächte wiesen eine Logiklücke auf. Abschreckung
funktioniere nur gegen ein Land aber nicht gegen "nichtstaatliche
Akteure", "Nur kontrollierte und vollständige
Abrüstung ist eine Antwort auf diese Gefahr."
Gernot Erler sieht keine Möglichkeiten Zwang
auf die Atommächte auszuüben: "Nur Dialog
und politischer Druck können zu Fortschritte für
Abrüstung bringen." Die Politik brauche dazu
die Mahnung und Unterstützung von Bevölkerung."
Regina Hagen und Roland Blach übergaben ihm über
10.000 Unterschriften mit dem Appell an die neue Bundesregierung:
"Atomwaffen abrüsten - in Deutschland anfangen".
Gernot Erler versprach die Forderungen weiterzuleiten
und sicherte zu, dass er auch zukünftig als Ansprechpartner
zur Verfügung stehe.
Die Bürgermeister berichteten von ihren lokalen
Aktivitäten (Ausstellungen - Nacht der 100.000
Kerzen zu den Hiroshima-Nagasaki Gedenktagen). Dabei
wurde deutlich, wie wichtig die Aktivitäten von
Friedensgruppen bzw. Einzelnen für die Umsetzung
vor Ort ist. Die Bürgermeister wollen weiter neue
Mitglieder werben, auch unter den Partnerstädten,
um mit Mayors for Peace ein weiter wachsendes politisches
Gewicht für nukleare Abrüstung zu schaffen.
Um die Vision "atomwaffenfrei bis 2020"
voranzubringen stellte die Trägerkreis "Atomwaffen
abschaffen - bei uns anfangen" die nächsten
Schritte für die Kampagne in Deutschland vor. Bis
zur nächsten Überprüfungskonferenz im
Jahr 2010 soll Deutschland konkrete Abrüstungsschritte
vorweisen können: einen Bundestagsbeschluss der
den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland fordert,
die Aufgabe der nuklearen Teilhabe erklärt und
die Atomwaffenfreiheit Deutschlands im Grundgesetz festschreibt.
Mit einer Öffentlichkeitsarbeitskampagne und
einer Druckkampagne bis zur Ende der Legislaturperiode
wird der Trägerkreis für dieses Ziel arbeiten.
Bernd Hahnfeld
untermauerte dieses Konzept juristisch. Weil sie aus
allen im Bundestag vertretenen Parteien stammen, können
die Mayors for Peace dafür sorgen, dass die inzwischen
im Bundestag gestarteten Aktivitäten der Opposition
(Kleine Anfrage und Antrag der Linksfraktion sowie der
Antrag der Grünen) nicht im Parteiengezänk
untergehen sondern auch in den Regierungsparteien Zuspruch
erhalten.
Wolfgang Schlupp-Hauck
Aus der Zeitschrift "Freiraum" Nr. 2/Juli
2006
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