Die internationale Nichtregierungsorganisation "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden) hat im Oktober 2003 die Kampagne "2020 Vision" (zu deutsch: atomwaffenfrei bis 2020) gestartet. Mayors for Peace ruft ihre momentan 5587 Mitgliedsstädte in 156 Ländern auf (Stand: 1. April 2013), die Kampagne zu unterstützen, um sich so in die Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterstützt. Am 18. Oktober 2007 erhielten die Bürgermeister für den Frieden die Auszeichnung "Nuclear Free Future Award" in der Kategorie "Lösungen".
Der neue "Flaggentag" der Bürgermeister am 8. Juli und die Hiroshima- und Nagasaki-Tage (6. und 9. August) werden in 2013 wieder in vielen Städten und Gemeinden Anlass, um in Veranstaltungen und bei Aktionen die Forderung nach vollständiger atomarer Abrüstung zu erneuern. 68 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki weigern sich die Atommächte immer noch Verhandlungen für einen Nuklearwaffenkonvention aufzunehmen und die meisten Nicht-Atomwaffenstaaten sehen keine Handhabe dagegen. Eine internationalen Delegation der Bürgermeister für den Frieden war seit 2005 bei den jährlichen Verhandlungen über den Atomwaffensperrvertrag in New York, Genf und Wien dabei.
Unser Ziel ist, die verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen, dann der Abschluss einer Atomwaffenkonvention, um eine atomwaffenfreie Welt bis 2020 zu erreichen.
Dieses Ziel ist nicht unrealistisch. Schließlich haben wir bereits eine Chemiewaffen- und eine Biowaffenkonvention. Fehlt noch eine Atomwaffenkonvention. Die Idee des Bürgermeisters von Hiroshima, für eine solche Atomwaffenkonvention einzutreten, mit der die Abrüstung aller Atomwaffen bis zum Jahr 2020 verbindlich vereinbart wird, hat unter den Nichtregierungsorganisationen weltweit gezündet.
Keine Wählerschaft ist mehr berechtigt, die Wichtigkeit nuklearer Abrüstung vorzutragen, als die RepräsentantInnen der EinwohnerInnen der Städte und Gemeinde. Nukleare Waffen wurden entwickelt wegen ihrer Kapazität zur Zerstörung der Städte, und bis zum heutigen Tag ist diese Kapazität der Kern der nationalen Sicherheitspolitik der Nuklearwaffenstaaten. Die Städte der Welt - in denen heute mehr als die Hälfte der Menschheit lebt - haben sich klar ausgedrückt: "Städte sind keine Zielscheiben!"
Beteiligung vor Ort
Um die notwendigen Schritte zur Überwindung der atomaren Bedrohung auch in Deutschland stärker ins Bewusstsein zu rücken, ist es wichtig, Aktionen vor Ort zu gestalten. In den über 400 deutschen und rund 80 österreichischen Städten und Gemeinden, die bereits Mitglied der weltweiten Vereinigung Mayors for Peace sind, sollen die Verwaltungen aufgefordert werden, sich aktiv an der Kampagne "2020 Vision" zu beteiligen und mit örtlichen Friedensgruppen zusammen zu arbeiten. In Orten, die nicht Mitglied sind, können die Bürgermeister eingeladen werden, der Initiative "Bürgermeister für den Frieden" beizutreten.
« zurück